Sei dein bester Freund/deine beste Freundin: Warum Selbstkritik selten hilft und was uns wirklich weiterbringt

Beste Freundinnen sind füreinander da.

Im beruflichen Alltag haben viele von uns eine klare Haltung: Disziplin ist gut, Schwäche ist schlecht.
Doch genau diese Haltung kann uns im Umgang mit unseren eigenen Bedürfnissen im Weg stehen.

Denn was passiert, wenn wir Dinge tun, die wir eigentlich nicht wollen?

  • Wir greifen ständig zum Handy.

  • Wir essen mehr, als uns guttut.

  • Wir prokrastinieren oder lenken uns ab.

Die typische Reaktion: Selbstkritik.

„Ich sollte das im Griff haben.“
„Warum mache ich das schon wieder?“
„Das ist schwach.“

Doch diese Reaktion löst das Problem selten. Im Gegenteil: Sie schwächt uns.

Verhalten ist oft ein Hinweis auf ein Bedürfnis

Jedes Verhalten erfüllt eine Funktion.
Auch die Dinge, die wir an uns selbst kritisieren.

Wenn jemand nicht vom Handy loskommt, könnten dahinter Bedürfnisse stehen wie:

  • Verbindung zu anderen Menschen

  • Information

  • Rückmeldung oder Anerkennung

  • das Gefühl, dazuzugehören

Wenn jemand zu viel isst, könnten Bedürfnisse dahinter stehen wie:

  • Wärme

  • Sicherheit

  • Geborgenheit

  • Entspannung

Diese Bedürfnisse sind nicht falsch und nicht verachtenswert.
Sie sind menschlich.

Das Problem liegt meist nicht im Bedürfnis – sondern in der Strategie, mit der wir versuchen, es zu erfüllen.

Der Fehler: Bedürfnisse ignorieren oder abwerten

Viele Menschen versuchen, ihre Bedürfnisse zu übergehen:

„Ich brauche das nicht.“
„Das ist unwichtig.“
„Reiß dich zusammen.“

Doch Bedürfnisse verschwinden nicht, wenn wir sie ignorieren.
Sie suchen sich nur andere Wege, um gehört zu werden.

Je stärker wir sie unterdrücken, desto stärker melden sie sich irgendwann zurück – oft in Formen, die wir eigentlich vermeiden wollten.

Sie erkennen sich wieder? Kommen wir ins Gespräch und Sie zu einem besseren Leben.

Schritt 1: Anerkennen, dass ein Bedürfnis existiert

Der erste Schritt ist überraschend einfach – und gleichzeitig ungewohnt:

Anerkennen, dass hinter unserem Verhalten ein Bedürfnis steht.

Wenn wir etwas wiederholt tun, dann meist deshalb, weil ein Teil von uns etwas braucht.

Diese Anerkennung verändert bereits die Perspektive.
Aus Selbstkritik wird Neugier.

Statt:
„Was stimmt nicht mit mir?“

Fragen wir:
„Was brauche ich gerade eigentlich?“

Schritt 2: Die innere Konferenz

In jedem von uns wirken verschiedene Seiten:

  • die disziplinierte Führungskraft

  • der erschöpfte Mensch

  • der neugierige Entdecker

  • der sicherheitsorientierte Teil

  • der Teil, der Verbindung sucht

Wenn wir nur einer Seite zuhören, entsteht innerer Konflikt.

Hilfreicher ist eine innere Konferenz:

Alle relevanten Seiten bekommen eine Stimme.

Zum Beispiel:

  • Der Teil, der produktiv sein möchte

  • Der Teil, der Ruhe braucht

  • Der Teil, der Verbindung sucht

  • Der Teil, der Sicherheit möchte

Wenn diese Stimmen gehört werden, entstehen oft neue Lösungen.

Vielleicht zeigt sich dann:

  • Ich brauche Verbindung – aber nicht über endloses Scrollen.

  • Ich brauche Entspannung – aber nicht über Essen.

  • Ich brauche Anerkennung – aber nicht nur über äußere Rückmeldung.

Schritt 3: Neue Strategien entwickeln

Erst wenn wir das zugrunde liegende Bedürfnis erkennen, können wir Alternativen finden.

Zum Beispiel:

Statt ständig aufs Handy zu schauen:

  • bewusst jemanden anrufen

  • ein kurzes Gespräch führen

  • gezielt Informationen suchen statt endlos zu scrollen

Statt aus Stress zu essen:

  • eine kurze Pause machen

  • sich bewegen

  • bewusst Wärme oder Ruhe schaffen

Der Unterschied ist entscheidend:

Wir bekämpfen nicht mehr das Verhalten –
wir kümmern uns um das Bedürfnis.

Im Führungskräfte-Coaching gehen wir Ihren Bedürfnissen auf den Grund und entwickeln gemeinsam neue Strategien. Zum Führungskräfte-Coaching.

Eine Perspektive über das Individuum hinaus

Interessant ist, dass dieses Prinzip nicht nur im persönlichen Leben gilt.

Es könnte auch in größeren Systemen hilfreich sein:

  • in Unternehmen

  • in Beziehungen

  • in Familien

  • in der Politik

  • in unserer Gesellschaft

Oft kämpfen wir dort ebenfalls gegen Positionen oder Verhalten.

Vielleicht wäre eine andere Frage hilfreicher:

Was braucht der andere eigentlich?

Wenn Bedürfnisse sichtbar werden, entstehen neue Möglichkeiten:

  • Verständnis

  • Kompromisse

  • gemeinsame Lösungen

Nicht jeder Wunsch kann erfüllt werden.
Aber wenn Bedürfnisse gehört werden, verändert sich die Qualität des Dialogs.

Fazit

Wenn wir uns über unser Verhalten ärgern, verlieren wir Energie.

Wenn wir neugierig werden auf die Bedürfnisse dahinter, gewinnen wir Handlungsspielraum.

Der Weg ist dabei erstaunlich klar:

  1. Anerkennen, dass ein Bedürfnis existiert.

  2. Die verschiedenen inneren Stimmen hören.

  3. Neue Strategien entwickeln, die mehr Bedürfnisse gleichzeitig berücksichtigen.

Selbstführung beginnt nicht mit Härte.

Sie beginnt mit Verstehen.

Sie wollen beginnen, sich so zu behandeln, wie Sie es mit Ihrer besten Freundin/Ihrem besten Freund tun würden? Mit Verständnis, Zuwendung und Ermutigung? Dann nehmen Sie jetzt Kontakt zu mir auf.

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